Heute Morgen bekam ich eine Mail, dass die Tierrechtsorganisation PETA ein neues Video ins Netz geladen hat. Titel „Regional ist besser? Lieber nochmal nachschauen. So sieht es da aus.“ Danach werden katastrophale Bilder aus einem offensichtlich verwahrlosten Hühnerstall gezeigt.

Natürlich sind solche Zustände in Hühnerställen schrecklich und sie müssen auch aufgedeckt und abgestellt werden. Aber es ist nicht hinnehmbar, wenn mit solchen Bildern und Aussagen suggeriert wird, alle regionalen Bäuerinnen und Bauern seien verantwortungslose Tierquäler. Solche Pauschalisierungen sind meiner Meinung nach einfach nur unfair. Denn es gibt genügend Bio-Landwirte, die die Hühner in mobilen Hühnerställen halten, oder in Ställen, bei denen die Hühner viel Auslauf über einen Wintergarten und eine Wiese haben. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel die Bruderhahn-Initiative und weitere Ansätze von Bio-Landwirten, die dem unsäglichen Schreddern der männlichen Küken etwas entgegen setzen – sei es um Zweinutzungshühner zu züchten oder die Aufzucht der Bruderhähne über einen erhöhten Eierpreis zu gewährleisten. Mit diesen kleinen, praktischen Ansätzen haben die dahinter stehenden Bio-Landwirte das unsägliche Schreddern der männlichen Küken zum öffentlichen, gesellschaftlichen und politischen Thema gemacht. Das kann den Akteuren nicht hoch genug angerechnet werden.

bl huhn

Am Schluss des Videos bekennt PETA, grundsätzlich gegen Tierhaltung zu sein, denn „Eier bedeuten immer Tierleid“. Dann erfolgt der Aufruf govegan. In Verbindung mit diesem Video bedient PETA damit die Vorurteile, dass Veganer immer so aufträten, als ob sie die besseren Menschen wären und Andersessende mit Verachtung behandeln würden. Auch das ist genauso pauschalierend wie die Aussage, alle regionale Bäuerinnen und Bauern seien Tierquäler.

Produkt- und Prozessqualität ist entscheidend

Ob wir uns für eine vegane Ernährung entscheiden oder ob wir auch tierische Lebensmittel wie Milch, Eier, Fleisch oder Honig zu uns nehmen wollen, wir sollten bei unserer Essens- und Einkaufsentscheidungen immer nach der Produkt- und Prozessqualität fragen. Das heißt: welche Zusatzstoffe sind im Lebensmittel enthalten, sind es faire Arbeitsbedingungen, unter denen das Produkt hergestellt wurde, wie wurden die Tiere gehalten und wo kommt das Lebensmittel her? Wenn ich mir solche Fragen stelle, fallen Billigangebote bei Fleisch zum Beispiel schon mal raus, aber wahrscheinlich auch einige ‚Fleischersatzprodukte‘.

Es geht doch darum, sich für eine Landwirtschaft und Agrarpolitik einzusetzen, die ökologisch verträglich ist, respektvoll mit Menschen und Tieren umgeht, regionale Kreisläufe stärkt und die alle Menschen dieser Erde satt machen kann!

Um noch einmal auf die Hühnerhaltung zurückzukommen, hier zwei Beispiele, die verantwortungsvolle Bio-HühnerhalterInnen zeigen.