Weltweit kämpft die Landwirtschaft mit einer massiven Humus-Verarmung der Böden. Klimawandel und Wüstenbildung schreiten voran, weil die Böden ihre Fähigkeit verlieren, Kohlenstoff und Wasser zu speichern. Der FairBio Verein stellt drei innovative Kompost-Projekte vor.

Unser Boden verliert an Qualität. Kohlenstoff, der eigentlich die Bodenfruchtbarkeit sicherstellen müsste, wird in die Atmosphäre transferiert und beschleunigt den Klimawandel. Um diesen Prozess umzukehren, müssen sich Böden und Ökosysteme flächendeckend regenerieren. Beispiele dafür, wie schnell Humusgehalte gesteigert und funktionierende Ökosysteme wieder hergestellt werden können, gibt es weltweit. „Landwirtschaft bietet eine wirksame Möglichkeit, der Atmosphäre Kohlenstoff zu entziehen: sie kann Kohlenstoff durch Humusaufbau im Boden festlegen. Solche regenerativen Methoden verbessern obendrein die Widerstandsfähigkeit gegen Klimaveränderungen, die Wasserspeicherfähigkeit und die Bodenfruchtbarkeit“, begründet der Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft seine Forderung nach einem Sofortprogramm für Klimaschutz. Drei verschiedene europäische Bio-Projekte haben die Herausforderung zum Humus-Aufbau angenommen.

Spanische Compost-Cooperation

So engagiert sich FairBio-Mitglied Naturkost Elkershausen über seinen Kooperationspartner Naturkost Schramm in Andalusien in einem Projekt zur Herstellung von Komposterde. „Die vielfältigen Vorteile der funktionierenden Kompostwirtschaft haben uns überzeugt“, erklärt Manuel Gimenez Segura Geschäftsführer des spanischen BioGemüsebetriebes Naturcharc. Auf einer befestigten Fläche von zwei Hektar werden in Südspanien seit mehr als einem Jahr kontinuierlich neue Kompostmieten mit Ernteresten, Stroh und frischem Grün aufgesetzt. Die Kompostmiete wird anfangs täglich gewendet, um Sauerstoff und Feuchtigkeit hineinzubringen. Auf mehr als der Hälfte der Betriebe wird der eigenen ökologischen Kompost bereits genutzt. Der BioGemüse-Spezialist ist mit dem Projektergebnis äußerst zufrieden: Die im Kompostfeld angebauten Pflanzen sind weiter entwickelt und sehen besser aus, als die Vergleichsgruppe. „Wir werden das Kompostprojekt weiter ausbauen, um auf all unseren Fincas unseren eigenen ökologischen Kompost auszubringen“, so Manuel Gimenez Segura.

http://www.schramm-naturkost.com/index.php?article_id=128&clang=0

 

Griechische Ernte ohne Dünger

In Griechenland arbeitet das Naturland-Mitglied Biocylcic Network bereits seit vielen Jahren im Freiland mit Komposthügeln. „Das Herzstück unseres biozyklischen Konzeptes ist der Einsatz von Humuserde auf der Basis von rein pflanzlichem Kompost. Als Alternative zu tierischen Düngemitteln kommen bei unserer Methode Gründüngung, Mulch, pflanzlicher Substrat-Kompost beziehungsweise biozyklische Humuserde zum Einsatz“, erklärt Netzwerk-Koordinator Dr. Johannes Eisenbach. Seit 15 Jahren wird in den Hügelbeeten dasselbe Material verwendet. Trotz einer jährlichen Niederschlagsmenge von 800 Millimetern hat der Kompost immer noch den gleichen Nährstoffgehalt. „Seit zehn Jahren gießen und ernten wir nur noch – wir düngen nicht mehr“,sagt Johannnes Eisenbach. “Je reifer das Material wird, umso üppiger ist das Pflanzenwachstum.“.

https://youtu.be/_HPCm-5acI0

 

Kartoffelanbau auf Kompost in Niedersachsen

Bereits seit zwei Jahren läuft im Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) das Projekt „Bio-Kartoffeln mit Kompost“.  Anfang Dezember werden nun die Ergebnisse aus zwei Versuchsjahren im Kompost-Workshop auf den Bauckhof Stütensen im Landkreis Uelzen vorgestellt. Das Projekt will ermitteln, wie sich der Einsatz von Kompost im ökologischen Kartoffelanbau auf die Erntemenge und Kartoffelqualität auswirkt. Hierfür wurden in den vergangenen beiden Jahren Komposte verschiedener Rottegrade und Mengen auf vier niedersächsischen Kartoffelstandorten ausgebracht. Den Kompost bezogen die Kartoffelbauern über die Kompostierungsanlage des Landkreises Lüneburg sowie aha Hannover. Im zweiten Anbaujahr kam außerdem projekteigener Kompost auf den Flächen zum Einsatz. Die Auswertung des kompostgestützten Kartoffelanbaus liefert Ergebnisse über die Entwicklung der Inhaltsstoffe und den Krankheitsbefall. Außerdem fließen die Erträge der Folgekultur Ackerbohnen auf den Versuchsflächen 2016 in die Versuchsauswertung ein. Das Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP) durchgeführt und wird aus Mitteln der EU und des Landes Niederschasen finanziert.

Weitere Infos:

http://eip-kompost.bio

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