Anfang September eröffnete der Discounter Penny seinen ersten Nachhaltigkeitsmarkt in Berlin.  Auf 800 Quadratmetern präsentiert  „Penny Grüner Weg“  die Nachhaltigkeitsbemühungen der Rewe-Tochter interaktiv im Markt.

„Nachhaltigkeit wird immer mehr zum entscheidenden Faktor bei der Wahl der Einkaufsstätte“, so Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel Deutschland der Rewe Group und COO Penny. Der neue Typ Nachbarschaftsmarkt informiert  in 20 Stationen  über die Nachhaltigkeitsmeilensteine des Unternehmens.  „Darauf sind wir stolz, zeigen aber auch mit dem Thema der „wahren Kosten“, dass wir Nachhaltigkeit nicht als endlichen Auftrag verstehen und kontinuierlich weiter daran arbeiten“, so Magel. So weist der Discounter im neuen Markt für jeweils acht Eigenmarken mit einer doppelten Preisauszeichnung auf deren wahren Kosten hin.

Die aktuelle Penny-Studie zu den „wahren Preisen“ zeige, was ausgewählte Produkte unter Berücksichtigung bestimmter ökologischer Faktoren wirklich kosten. Wissenschaftler der Universität Augsburg haben die über die Lieferketten anfallenden Auswirkungen von Stickstoff, Klimagasen und Energie in den wahren Verkaufspreis mit eingerechnet:  Apfel / Konventionell (Bio) / 8% (4%);  Banane / Konventionell (Bio) / 19% (9%) ;  Kartoffel / Konventionell (Bio) / 12% (6%); Tomate / Konventionell (Bio) / 12% (5%);– Mozzarella / Konventionell (Bio) / 52% (30%;  Gouda / Konventionell (Bio) / 88% (33%); Milch / Konventionell (Bio) / 122% (69%); Gemischtes Fleisch / Konventionell (Bio) / 173% (126%).

Die „wahren“ Preise müssen die Kunden an der Kasse jedoch nicht bezahlen, sie dienen lediglich der Information. Die Frage, warum ausgerechnet ein Discounter am Regal auf die wahren Kosten in der Lebensmittelproduktion hinweist, wird von Penny leider nicht aufgegriffen. 

„Mit dieser Aktion wird gezeigt, dass billige, konventionell erzeugte Lebensmittel  am meisten zulasten von Umwelt und Allgemeinheit gehen, denn hier sind die Aufschläge zu den wahren Preisen am höchsten“, kommentiert Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin die Aktion des Lebensmitteldiscounters. „Solange die Umweltfolgekosten nicht ein obligatorischer Bestandteil der Lebensmittelpreise sind, können weder Erzeuger, noch Hersteller, noch Kunden die richtigen Entscheidungen treffen“, führt Jäckel weiter aus. „Die aber braucht es, damit die Lebensmittelwirtschaft endlich von Anfang bis Ende nachhaltig und klimapositiv werden kann.“

Im neuen Markt werden aber auch Fragen wie „Welche Produkte stehen noch im Regal, wenn es keine Bienen und andere bestäubenden Insekten mehr gäbe?“ beantwortet. Durch ein Sehrohr kann der Kunde zudem in eine visuelle Unterwasserwelt abtauchen und lernt gleichzeitig mehr über nachhaltigen Fischfang und die Rückverfolgung der Produkte. Los geht’s aber in der Frische-Abteilung, wo auf die Vorteile der nicht dem formalen Standard entsprechenden Naturgut Bio-Helden hingewiesen wird, die dem gewöhnlichen Obst und Gemüse beigemischt werden: Weniger Sortieraufwand, der ökologische Anbau ist rentabler für die Landwirte und die Saison für heimische Erzeugnisse verlängert sich.  Außerdem sollen sie den bewussten Umgang der Kunden mit Lebensmitteln stärken und Bio-Produzenten fördern.  Bis 2030 will Penny zudem alle Eigenmarken-Artikel umweltfreundlicher verpacken. Dazu setzt der Händler unter anderem auf den Einsatz von Graspapier, die Reduzierung der Folienstärke und den Verzicht auf Verpackungen. So werden loses Obst und Gemüse beispielsweise häufig nur noch mit Banderolen oder Stickern gekennzeichnet.

Weitere Infos:

Penny Grüner Weg

Bei Penny Grüner Weg weisen 20 Stationen die Kunden auf die wichtigsten Nachhaltigkeitsmeilensteine des Unternehmens hin.
Foto: Penny