Statt Wachstum und Profit misst eine Gemeinwohl-Bilanz soziale Werte. Unser FairBio-Mitglied A&K Engemann hat im GWÖ-Regionalprojekt Kreis Höxter die Leistungen als Biogroßhändler für die Gesellschaft erstmalig auf den Prüfstand gestellt.

„In Coronakrise bemerken wir, dass unsere Gesellschaft sehr monetär aufgestellt ist. Mit unserer Gemeinwohl-Bilanzierung möchten wir unsere zusätzlichen Leistungen für die Umwelt und unser gesellschaftliches Umfeld sichtbar machen“, erklärt Klaus Engemann, der gemeinsam mit seinem Bruder Andreas die Geschäfte des Biogroßhandels A&K Engemann in Willebadessen führt. Um zu messen, welchen Beitrag ein Unternehmen, eine Gemeinde, eine Privatperson oder sogar ein ganzes Land zum Gemeinwohl der Gesellschaft leistet, wurde eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt, bei der Kriterien wie Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitentscheidung untersucht und durch ein Punktesystem bewertet wurden.  „Der ökologische Grundgedanke unseres Unternehmens spiegelt sich auch in der Bewertung wieder, auf diesem Sektor sind wir gut. Bei dem Berührungspunkt Lieferanten haben wir ebenfalls eine hohe Punktzahl erreicht. Insgesamt konnten wir feststellen, dass wir schon sehr viel für unsere innerbetriebliche Unternehmenskultur getan haben, im Bereich der Finanzpartner und bei den Auswirkungen auf das gesellschaftliche Umfeld aber noch Entwicklungspotenzial haben“, so das Fazit von  FairBio-Vorstand Klaus Engemann aus der ersten GWÖ-Bilanz.

Das Bio-Unternehmen ist stark in der Region verankert und engagiert sich zudem in der Regionalbewegung. „Der regionale Ansatz des GWÖ-Projektes war für unser Unternehmen daher sehr passend“, so Klaus Engemann. Die Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie NRW startete im Jahr 2019 damit, Kommunen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Bürger:innen mit den Ideen der Gemeinwohl-Ökonomie in Kontakt zu bringen. Durch mehr Solidarität, Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Mitentscheidung sollen zukünftig die Wohn- und Lebensqualität der Menschen in der Region verbessert werden. In diesem zweijährigen Prozess im Rahmen des Leader-Projektes „Gemeinwohl-Region Kreis Höxter“ haben sich mehr als 2000 Bürger:innen  sowie die Städte Steinheim, Brakel und Willebadessen an der nachhaltigen Entwicklung in Ostwestfalen beteiligten. Neben drei Kommunen sind mitsamt dem Unternehmen Engemann fünf Unternehmen  und verschiedene Bildungseinrichtungen in das Projekt integriert.  Die Ergebnisse des Projektes werden am 27. April 2021 in einer digitalen Abschlussveranstaltung mit Interviews der Projektbeteiligten sowie GWÖ-Mitbegründer Christian Felber vorgestellt. Die Anmeldung zum Online-Event ist kostenfrei möglich unter: https://stiftung-gwoe.nrw/leader-event/.

„Unser Biolandhof Engemann ist von Anfang an ein Familienunternehmen mit einer gewachsenen Struktur und flacher Unternehmenshierarchie. Nun wächst die zweite Generation heran und mit ihr eine eigene Vorstellung von Unternehmensführung. Transparenz und die Suche nach offenen Gesprächen prägen unser Unternehmen und so wollen wir im offenen Austausch mit der nächsten Generation in eine Wertediskussion kommen. Wir möchten die positive Merkmale und Werte der aktuellen und der neuen Generation erfolgreich miteinander verbinden und in unsere Unternehmenskultur integrieren“, sagt Klaus Engemann. „Dafür ist unsere Gemeinwohl-Bilanz eine gut durchdachte und strukturierte Grundlage, um auf verschiedenen Ebenen tiefer einzusteigen.“

Auf der gemeinsamen Basis ethischer und moralischer Grundwerte will das Unternehmen zukünftig nun weiter wachsen: Mitte April erfolgte der ersten Spatenstich für ein zusätzliches Kommissionierungslager auf 700 Quadratmetern auf dem Hofgelände. Rund 1,2 Millionen Euro investiert Familie Engemann in die nachhaltige Erweiterung der Lagerflächen samt zweier Kühlhäuser. Der Großteil der Energie für die Kühlhäuser soll zukünftig die eigene Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liefern.

Hier geht es zum aktuellen Video-Interview zur Gemeinwohl-Region Kreis Höxter mit Klaus Engemann

Hier geht es zur Gemeinwohlbilanz der A&K Engemann GbR:

Mehr faires Bio aus der Region: Klaus, Andreas und Yannik Engemann starten mit dem ersten Spatenstich.

Nachhaltig investieren: Mit dem neuen Kommissionierungslager stellt der Biolandbetrieb Engemann das Unternehmen für die Zukunft auf.  Fotos: A&K Engemann GbR

 

Was bringt eine Gemeinwohl-Bilanz für ein Unternehmen? Klaus Engemann im  FairBio-Interview „Es macht uns krisenfester“