In Corona-Zeiten muss auch die Landwirtschaft neue Wege finden, um die Ernte nicht zu gefährden. Insbesondere Spargel- und Erdbeeranbauer arbeiten oftmals mit saisonalen Arbeitskräften aus Osteuropa, die derzeit vielfach ausbleiben. FairBio informiert über die Entwicklung.

Aufgrund der Ausgangssperre in Rumänien haben viele Landwirte aktuell die Sorge, dass für Aussaaten und Ernte nicht genügen ausländische Saisonarbeitskräfte nach Deutschland kommen. Auch viele Saisonarbeiter aus Polen – die kommen könnten – sind zögerlich, da sie fürchten, bei ihrer Rückreise in Quarantäne zu müssen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat nun mit aktuellen Maßnahmen sichergestellt, dass Saisonarbeitskräfte, die bereits in Deutschland sind und wollen, länger hier arbeiten können. Zudem wurden verschiedene Anreize für andere Gruppen vorgeschlagen, um sie als Helfer für die Landwirtschaft zu gewinnen.

„Die Regelungen helfen uns“, bestätigt FairBio-Vorstand Klaus Engemann. Auf seinem Biolandhof haben sich unaufgefordert bereits die ersten Freiwilligen gemeldet, um bei der Ende April anstehenden Erdbeerernte zu helfen. Bei den Berufskollegen, die auch Spargel anbauen, startet die Erntesaison bereits in den nächsten Tagen. Aktuell vermitteln bereits zahlreiche Plattformen Hilfe für die Bauern (siehe Linkliste).

Der Biobauer aus Willebadessen beschäftigt in seinen Betrieb ganzjährig 20 feste Mitarbeiter, davon stammt die Hälfte ursprünglich aus Polen. „Die Schaffen von Dauerarbeitsplätzen steht bei uns immer im Fokus“, erklärt Klaus Engemann, der sich engagiert für den Ausbau regionaler Wertschöpfungskette einsetzt. In Erntespitzenzeiten benötigt jedoch auch sein Betrieb etwa 15 saisonale Helfer zusätzlich. Durch die aktuell beschlossenen Maßnahmen des Landwirtschaftsministeriums sieht er sich nun recht gut gewappnet.

Statt 70 Tagen können Saisonarbeiter nun länger bleiben und bis zu 115 Tagen in Deutschland arbeiten. Zudem rechnet er mit zusätzlicher Unterstützung aus dem näheren Umkreis. Für Kurzarbeiter wird das Einkommen aus einer Nebenbeschäftigung übergangsweise bis Ende Oktober 2020 bis zur Höhe des Nettolohns aus dem eigentlichen Beschäftigungsverhältnis nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Mit dieser Regelung wird der finanzielle Anreiz zur Aufnahme einer Nebenbeschäftigung als Saisonarbeitskraft deutlich erhöht.

„In der jetzigen Lage hat die Aufrechterhaltung der Lebensmittelversorgung höchste Priorität. Den Betrieben, die das gewährleisten, greifen wir mit den Beschlüssen unter die Arme“, erklärt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Mit den durchgesetzten Maßnahmen will Klöckner die Arbeit der Landwirtschaft erleichtern und die anstehende Ernte 2020 gewährleisten. Die Versorgungskette für Lebensmittel sei systemrelevant.

Info des BMEL:

Hier geht es zu den Jobbörsen für landwirtschaftliche Saisonkräfte:

https://www.demeter.de/aktuell/erntehilfen-gesucht-corona?fbclid=IwAR1NK2Hf-Q3eQiPIxQDQ_GSe-6Lk_jroQW9PdbYGCrWybHnpxq6SxZf83Xc

https://bauersuchthilfe.de

http://www.daslandhilft.de

https://www.land-arbeit.com

https://www.saisonarbeit-in-deutschland.de

http://www.agrarjobboerse.de