Frische Bio-Weidemilch ist das erste direkt von Verbrauchern gewählte Produkt in Deutschland. Mehr als 9000 Menschen haben sich an der Umfrage von  „DubisthierderChef“ beteiligt. Im Juli soll die faire Verbrauchermilch in den Handelsregalen stehen.

„Gerade Corona zeigt uns, dass die Geiz-ist-geil-Mentalität überdacht werden muss. Der Trend geht zurück zu Qualität und zu Produktion im eigenen Land. Diese Solidarität erleben wir gerade neu und geben damit unserem Konsumverhalten wieder viel mehr Sinn“, sagt Nicolas Barthelmé, Gründer der Verbrauchergemeinschaft. Insgesamt 9.308 Menschen haben in Deutschland über die Kriterien der Verbrauchermilch abgestimmt. Dabei konnte der Kunde direkt verfolgen, wie sich durch die gewählten Kriterien der Preis für das Produkt verändert. „Im Vergleich zu Frankreich, wo für den ersten Fragebogen etwa 6.800 Meinungen eingeholt werden konnten, ist das ein Rekord“, freut sich der Initiator.  Durch eine faire Vergütung für ihre Erzeugnisse unterstützt das Konzept in Frankreich derzeit mehr als 3.000 Landwirtsfamilien.

In diesem Jahr startet das Konzept auch in Deutschland. Im aktuellen Milch-Voting  deutscher Verbraucher rangiert das Kriterium Tierwohl auf dem ersten Platz: 94 Prozent der Befragten favorisieren Milch aus Weidehaltung und 86 Prozent eine überwiegende Frischgras-Fütterung. Faire Preise für die Landwirte (90 Prozent) und die Förderung von Artenvielfalt und Biodiversität durch ökologische Landwirtschaft (86 Prozent) sind weitere entscheidende  Kaufkriterien für die Zielgruppe.

Die ersten Landwirte für das Projekt sind bereits an Bord und auch eine Molkerei wurde gefunden. „Sie wird die Verbraucher-Milch als Bio-Frischmilch produzieren und mit uns zusammen auf den Markt bringen. Mit weiteren Anbietern bereiten wir parallel zudem die Einführung der H-Milch-Variante vor“, verrät Nicolas Barthelmé.

Der Preis für die neue Bio-Frischmilch soll 1,45 Euro pro Liter betragen. Davon erhält der Landwirt garantiert 0,58 Euro: Dieser Betrag entspricht einer fairen Vergütung von 0,52 Euro pro Liter Bio-Milch sowie 0,06 Euro pro Liter für die Einhaltung weiterer gewählter Qualitätskriterien wie Weidehaltung, Frischgras, regional hergestellte Futtermittel und ausgezeichnetes Tierwohl. Derzeit laufen die Listungsgespräche mit verschiedenen Händlern. „Das Interesse ist groß, denn mit uns zusammen kann der Handel ein Zeichen für mehr Wertschätzung von Landwirtschaft und Lebensmitteln, für mehr Transparenz, für mehr Qualität ohne Dumping setzen“, so der Koordinator von „DubisthierderChef“.

Parallel zu den Handelsgesprächen stimmen die Verbraucher bereits über weitere Produkte der Verbrauchermarke ab, denn bei Milch alleine soll es nicht bleiben. Die Initiatoren haben bereits mit der Partner-Suche und der Entwicklung neuer Fragebögen für weitere Produktkategorien begonnen. Aktuell liegen Eier, Kartoffeln und Butter ganz weit vorne im Voting der Verbraucher.

Weitere Infos:

www.fairbio.bio/die-verbrauchermarke

www.dubisthierderchef.de